projects/projekte > Wo möchte ich beerdigt werden

Ein Projekt von
Dr. Serafine Lindemann,
www.artcircolo.de
Dr. Erika Wäcker-Babnik,
Dr. Stefan Graupner
www.waecker-graupner.de
Juni 2014

Wo möchte ich beerdigt werden?
Ein Reader zur Frage der kulturellen Identität


Die Idee

Geburt und Tod, Anfang und Ende, das sind die unverrückbaren Fixpunkte menschlicher Existenz. Worüber wir im zeitlichen Dazwischen aber nachdenken und mit Angehörigen und Freunden sprechen können, ist die Frage, wo unser Leichnam oder unsere Asche später einmal beigesetzt werden soll. Bei dieser Entscheidung spielen unser Elternhaus, unsere nationale Herkunft, unser Kulturkreis, unsere Lebenserfahrung und unsere Religionszugehörigkeit beziehungsweise unser Glaube, unsere agnostische oder atheistische Haltung eine Rolle.

„Wo möchte ich beerdigt werden?“ stellt die Frage nach dem Ort, der mir – aus welchen persönlichen Gründen auch immer – über den Tod hinaus besonders am Herzen liegt, an dem ich mich auf Grund der emotionalen Bindung an meine Heimat, meiner Religionszugehörigkeit, meines Glaubens oder im Gedenken meiner Hinterbliebenen geborgen weiß. Jenseits einer pragmatischen Durchführbarkeit des Letzten Willens ist dies die individuelle Frage nach dem Bestattungsort, den ich mir als Letzte Stätte wünsche. Welcher Ort das sein soll, sagt viel über mein bisheriges Leben und über meine kulturelle Identität aus.

Die Frage nach Heimat und kultureller Identität ist von zunehmender Aktualität, einerseits im Zuge unserer globalisierten Arbeitswelt, aber auch vor dem Hintergrund der gegenwärtigen Flüchtlingsströme und Migrationsbewegungen sowie der Vergangenheit unserer Eltern- und Großeltern 70 Jahre nach dem Ende des 2. Weltkriegs.

Während der letzten Monate wurde das Projekt unter der Fragestellung „Wo möchte ich beerdigt werden?“ von den HerausgeberInnen mit Vertretern verschiedener Interessengruppen und Institutionen in Einzelgesprächen sowie in Tischrunden diskutiert. Dabei wurde das große persönliche Interesse bei den unterschiedlichen Gesprächspartnern  und damit verbunden die große Reichweite des Themas deutlich.

Die bisherigen Erfahrungen und Erkenntnisse sollen in einen Reader einfließen und vertieft werden. Die Publikation soll ein Spektrum an Ansatzpunkten, Herangehensweisen und Darstellungsformen beinhalten: von wissenschaftlichen Beiträgen über Essays bis hin zu künstlerisch-literarischen Texten, von Gesprächsprotokollen über Interviews bis hin zu Zitaten aus literarischen Quellen. Neben reinen Textpassagen werden Bilddokumentationen, künstlerische Fotografien und Zeichnungen stehen.  Video- und Audioaufzeichnungen sollen in Form einer DVD beigelegt werden.

Zur Sprache kommen AutorInnen aus Wissenschaft und Politik, TheologInnen, SchriftstellerInnen und KünstlerInnen  sowie Menschen aus allen Schichten der Gesellschaft.

Zielgruppe sind Menschen aller Generationen, die sich diesem jeden betreffenden, zugleich höchst privaten Thema gegenüber öffnen und bereit sind, über ihre Vorstellungen nachzudenken und Auskunft zu geben. Angesprochen sind in der Folge aber auch Vertreter von Gesellschaft, Politik und Religionsgemeinschaften.

 

Die Herausgeber

Dr. Serafine Lindemann
Dr. Erika Wäcker-Babnik
Dr. Stefan Graupner